Pressemitteilung vom 24.11.2000
Dreamteams sind planbar - Fortsetzung
Spielen Sie in Ihrer Firma Schach oder „Mensch ärgere
dich nicht“?
Effektive Zusammenarbeit von Menschen in Teams bestimmt wesentlich
den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Der Sinn eines Teams
ist, Menschen mit unterschiedlichen, aber einander ergänzenden
Stärken zusammenzubringen, um in Harmonie und Synergie auf gemeinsame
Ziele hinzuarbeiten.
Ausführliche Studien erfolgreicher Organisationen weisen auf
die Teamarbeit und Mitarbeitermotivation als Schlüsselfaktoren
für Überlegenheit im Wettbewerb hin. Zweck des Teamaufbaus
ist die Verbesserung der Produktivität und der Beziehungen innerhalb
der Gruppe durch die Zusammenarbeit bei der Lösung von Problemen
und beim Treffen von Entscheidungen. Die Teammitglieder erhalten
mehr Verantwortung und können aus der Freiheit von Kontrolle
Nutzen zu ziehen. Der oft fälschlichen Überzeugung, das
Ziel der Teamarbeit müsse sein, zu einer gemeinsamen Meinung
zu kommen, wird das Primat des Erreichens positiver Ergebnisse übergeordnet.
Welches sind jedoch die strategischen Erfolgsfaktoren eines Teams?
Teamerfolg ist geprägt durch verschiedenste Anforderungen:
- gegenseitiger Respekt und Identifikation mit dem Team
- eine klare gemeinsame Aufgabe und eine eindeutige Rollenverteilung
- Gegenseitige Ergänzung von Spezialisten in Einzelaufgaben
- Empfinden von Verantwortung für das Team und sich selbst
als wertvolles Mitglied betrachten
- Fähigkeit, sich auf einen Konsens zu einigen und Entscheidungen
zu treffen, die die Bedürfnisse und Fähigkeiten aller Mitglieder
berücksichtigen
- Umwandlung von Konflikten in kreative Möglichkeiten
- Offene und wirksame Kommunikation
- Kooperation, Zusammenarbeit und Informationsaustausch
Wesentlich für den Teamerfolg ist auch, dass Manager über
ein gutes Verständnis für Team-Dynamik verfügen, sowohl
auf Abteilungsebene als auch funktionsübergreifend, wo momentan
noch viele Konflikte ungelöst bleiben. Der Teamleader muss die
effektive Kommunikation fördern, indem er aufmerksam zuhört,
um Rat fragt, offen ist, seine verbalen mit seinen nonverbalen Botschaften
in Übereinstimmung bringt, sich klar und prägnant ausdrückt
und sich vor allem veruteilender Kritik enthält, die Mitarbeiter
zur „innerlichen Kündigung“ bewegen könnte.
Nur wenige Leute genießen den Luxus, für Projekte das
ideale Team auswählen zu können. Bei begrenzten Ressourcen
ist es häufiger nötig, das Vorhandene zu verbessern und
das Beste daraus zu machen. Sie müssen mit den Menschen auskommen,
die Sie vorfinden. Aber Sie können die Leistung eines Teams
dennoch stark verbessern. Oft hakt es an der Zusammenarbeit, weil
die Arbeit im Team entweder zu einseitig auf die Aufgaben oder zu
einseitig auf den Menschen bezogen ist. Kontinuierlich arbeitende
Teams können Sie motivieren und mit neuer Energie beleben, wenn
Sie die Fähigkeiten des Teams sowohl auf der Aufgaben- wie auf
der Beziehungsebene verbessern und beide Seiten harmonisch in Einklang
bringen. Ein effektives Team läßt sich jedoch nicht über
Nacht aufbauen – es braucht gute Überlegung, für
welche Problemlösungen ein Team einzusetzen sinnvoll ist, Zeit
für den Teamaufbau selbst, und Übung aller Beteiligten,
bis ein Team wirklich effektiv zusammenarbeitet.
Der Einsatz eines Teams bedarf einer genauen Prüfung.
Bei vielen Gelegenheiten ist es angebrachter, ein Team zu bilden,
um eine bestimmte Aufgabe zu bewältigen, als das Projekt einer
Einzelperson zuzuweisen. Ein Team bilden sollten Sie, wenn
- das Geschäftsziel einen Teameinsatz erfordert
- viele verschiedene Sichtweisen erforderlich sind
- viele verschiedene Fähigkeiten und Kenntnisbereiche erforderlich
sind
- es wesentlich ist, daß die Entscheidungen eine hohe Qualität
haben
- das Risiko des Scheitern auf ein Minimum reduziert werden
muss
- Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten nötig sind, um
die verschiedensten Aufgaben oder Prozesse durchzuführen.
Der Teamaufbau selbst durchläuft erfahrungsgemäß vier
Phasen:
1. Erkundung: Die Teammitglieder lernen sich gegenseitig
kennen und nehmen eine Rollen¬verteilung vor, die ihren Fähigkeiten
entspricht. So wird Vertrauen aufgebaut. Als unter¬stützendes
Modell können hier die INSIGHTS-Instrumente eingesetzt werden,
welche eine objektive und voruteilsfreie Potenzialanalyse der Teammitglieder
und der zu besetzenden Positionen ermöglichen.
2. Kreation: Ziele werden bestimmt und Methoden
entwickelt, wie sie erreicht werden können. Kreativität und Produktivität
werden zugelassen und geschätzt, was die Einsatzbereitschaft
der Teammitglieder steigert.
3. Produktion: Das Team arbeitet an der Aufgabe,
die Ergebnisse werden erreicht. Unter Umständen endet die
Arbeit des Teams hier.
4. Fortsetzung: Die Aktivitäten des Teams werden immer wieder
kritisch unter die Lupe genommen, um effektive Teamarbeit sicherzustellen.
Das kann durch sogenannte Follow-up-Gespräche mit dem Berater
erfolgen, gestützt durch den erneuten Einsatz von INSIGHTS-Analysen.
Übung macht den Meister.
Demzufolge gibt es auch in einem Team Does und Dont´s für
ein effektives Teamwork:
Zahlreiche Hindernisse können die Bildung effektiver Teams verhindern.
Dazu gehören die Politik (manche Teammitglieder haben mehr zu
gewinnen/verlieren als andere), ungeeignete Rekrutierungs- und Auswahlverfahren
(kohärenter und konsequenter Einsatz von Analyse¬instrumenten),
Fehlen von klaren und zeitlich gebundenen Zielen und negative oder
schlechte Kommunikation.
Die Erfolge vergrößern sich, wenn Sie strukturelle Barrieren
abbauen, horizontale und vertikale Kommunikation fördern, mehr
Entscheidungen delegieren und Gelegenheiten zum Training und zur
persönlichen Weiterentwicklung bieten.
Die im beruflichen Kontext gewonnenen Anregungen befähigen Sie,
Ihre Teamarbeit auch im privaten Kontext optimal zu gestalten. Werden
Sie ein versierter Teamplayer!
Autor: Michael Hölzl, Lexington Consulting in Bozen
Quelle: Südtiroler Wirtschaftszeitung 24.11.2000
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