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Pressemitteilung vom 03.10.2000

Planung einer Neugründung

Frage:

Ich bin ein mittelständischer Unternehmer Mitte Fünfzig. Ich habe vor ca. 25 Jahren den Handelsbetrieb meiner Eltern unternommen und habe Höhen und Tiefen durchlebt. In den letzten Jahren hat sich mein Betriebsergebnis allerdings auf einem guten Niveau konsolidiert. Die finanziellen Erfolge möchte ich nun in die Eröffnung eines neuen Betriebes stecken. Wie und wo setze ich bei der Planung zu einer Neugründung an?

Sehr geehrter Herr N.N.,
Neugründungen von Unternehmen, sog. „Start-ups“, sind eine große Herausforderung, sei es von konzeptioneller wie wirtschaftlicher Seite. Die Grundlage für jede Neugründung muss die Erstellung eines Business-Plans sein, indem Sie folgendes festhalten sollten:

  • Beschreiben Sie den Investitionszweck. Um Vertrauen zu schaffen, müssen Sie verbindliche Ziele nennen. Erklären Sie genau, wie Sie diese erreichen wollen.
  • Stellen Sie Ihr Unternehmen dar. Beschränken Sie sich nicht auf die Rechtsform und die Namen der Manager. Legen Sie auch weit verzweigte Gesellschaftsstrukturen dar, und erläutern Sie den Grund für diese Komplexität.
  • Erklären Sie Ihr Leistungsangebot, und machen Sie deutlich, worin der Kundennutzen besteht. Zeigen Sie, wie Sie sich von Ihren Konkurrenten unterscheiden.
  • Charakterisieren Sie Ihre Branche. Stellen Sie beispielsweise die aktuelle Wettbewerbssituation dar, und differenzieren Sie gegebenenfalls nach Kundengruppen. Nennen Sie die Triebfedern für Ihr Wachstum, etwa Mitarbeiterqualifikation oder Innovationsmanagement.
  • Erörtern Sie Ihr Marketingkonzept. Beschreiben Sie, über welche Vertriebswege Ihre Produkte zum Kunden gelangen. Erläutern Sie Ihre Maßnahmen zur Absatzförderung und Werbung.
  • Typisieren Sie Ihre Führungskräfte. Dabei ist nicht nur die fachliche Kompetenz und die Branchenerfahrung wichtig, sondern auch die persönliche finanzielle Situation der Manager. Stellen Sie gegebenenfalls wichtige externe Berater vor.
    Prognostizieren Sie Ihre Geschäftsentwicklung. Es ist wichtig, dass Sie bei Umsatz- oder Ertragsplänen nicht übertreiben.
  • Nennen Sie Schwachstellen, und sagen Sie, wie Sie diese beseitigen wollen.
  • Quantifizieren Sie Ihren Kapitalbedarf. Sagen Sie auch, wie hoch das vorhandene Eigenkapital ist, und weisen Sie auf das aufgenommene Fremdkapital hin.

Wichtig für den Erfolg ist, Ihre Gedanken, Berechnungen und Budgets schriftlich niederzuschreiben. Sie müssen die Daten in einer Form festhalten, die lernfähig, das heißt laufend korrigierbar ist. Erfahrungsgemäß ist davon auszugehen, dass die Vorstellungen bezüglich Kosten-, Investititions- und Umsatzzahlen bei einem Start-up meist nicht wie geplant eintreten. Verfolgen Sie Abweichungen genau; analysieren Sie die Ursachen und legen Sie Maßnahmen fest, um Ihre Planziele wieder zu erreichen. Auf jeden Fall ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre selbst gesetzten Limite nicht unterschreiten bzw. Ihre Verpflichtungsgrenze nicht überschreiten. Der Aufbau eines Start-ups macht nur Spaß, wenn Sie den Einsatz kennen und Planabweichungen Ihnen nicht den Schlaf rauben.

Autor: Dr. Michael Hölzl, Lexington Consulting
Quelle: Der Handwerker 03.10.2000


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