Home - Startseite Sparkassenstrasse 7 / I-39100 Bozen
Fon: 0471-30 18 96 / Fax: 0471-97 38 37
E-Mail: info@businesspool-international.com
Deutsch
Italiano
BEWERBER
FIRMEN
ÜBER UNS
DIVERSE
 
               

Pressemitteilung vom 07.07.2000

Liquiditätsplanung

Frage:

Als gewissenhafter Unternehmer habe ich mir angewöhnt, meine Liquiditätsplanung halbjährlich zu prüfen. Ich glaube, dass ich inzwischen bei der Prognose der erwarteten Einnahmen bzw. Ausgaben auch recht gut abschneide. In der Festlegung der geeigneten Maßnahmen bei Finanzbedarf bzw. –überschuss habe ich allerdings des öfteren Schwierigkeiten. Gibt es je nach Liquiditätslage geeignete Maßnahmenpaketes?


Sehr geehrter Herr N.N.,
wie Sie richtig erkennen, ist die beste Liquiditätsplanung wertlos, wenn nicht die Konsequenzen aus dem ermittelten Finanzbedarf oder –überschuss gezogen werden.

Bei einem Finanzbedarf ist rechtzeitig für die Bereitstellung der benötigten Mittel zu sorgen. Dabei ist es von Vorteil, mehrere Massnahmen gleichzeitig auszulösen. Dazu gehören:

  • Die Steigerung bzw. Beschleunigung der Geldzugänge, wie
  • Tägliche oder wöchentliche Fakturierung
  • Straffe Forderungsüberwachung
  • Straffung des Abrechnungs- und Mahnwesen
  • Geeignete Skontierung
  • Vertraglich vereinbarte Vorauszahlungen
  • Kreditaufnahme
  • Eigenfinanzierung, Einlagen
  • Ausnutzung von offenen Kreditlimiten
  • Verkauf nicht betriebsnotwendiger Immobilien
  • Verkauf von eigenen Forderungen an Dritte (Factoring)
  • Die Senkung bzw. Verzögerung der Geldabgänge, wie
  • Optimale Ausnutzung der Zahlungsfristen
  • Zurückstellung nicht unbedingt erforderlicher Investitionen
  • Verschiebung von Reperaturen
  • Leasing statt Kauf von Anlagegütern
  • Kosteneinsparungen (vernünftiges Sparprogramm erstellen)
  • Verzicht auf Privatbezüge
  • Vorsorgliche organisatorische Massnahmen, wie
  • Risikoanalyse potentieller Verlustquellen
  • Abschluss von Ehe- und Erbverträgen
  • Rechtzeitiger Einbezug der Hausbank

Die Aufzählung von Massnahmen zur Liquiditätsverbesserung zeigt den Unterschied zwischen der rentabilitäts- und der liquiditätsbezogenen Sichtweise. So erhöhen etwa Kredite, Leasing/Miete statt Kauf und der Verzicht auf Skonti zwar die Liquidität, beeinträchtigen aber die Rendite. Es gilt daher, die Möglichkeiten gegeneinander abzuwägen und die optimale Lösung zu finden, die gleichzeitig den Ausgleich zwischen Auszahlungen und Einzahlungen und die Schonung der Rendite ermöglicht.

Bei Finanzüberschuss (Überliquidität) stellt sich das Problem, dass die brachliegenden Mittel keine Erträge abwerfen und somit auf die Rentabilität drücken. Es gibt eine Reihe von Massnahmen zur Auswahl, um diesem unbefriedigenden Zustand abzuhelfen:

  • Bei einer vorübergehenden Überliquidität
  • Tilgung von Bankschulden
  • Absatzfinanzierung (grosszügigere Zahlungsfristen)
  • Kurzfristige Geldanlagen
  • Im Falle einer permanenten Überliquidität
  • Vornahme von Investitionen z. B. Ausbau des Maschinenparks
  • Tilgung von langfristigen Schulden, Hypotheken etc.
  • Betriebserweiterung
  • Investition in langfristige Finanzanlagen.

Autor: Dr. Michael Hölzl, Lexington Consulting
Quelle: Der Handwerker 07.07.2000


2005 created by JR-Solutions www.jr-solutions.com 
Anzeigee