Pressemitteilung vom 10.06.2000
Umgang mit Kritik
Frage:
Meine Mitarbeiter werden immer wieder mit persönlicher Kritik
seitens der Kunden konfrontiert. Wie soll ich reagieren? Wie kann
ich ihnen helfen, die Kritik wegzustecken?
Antwort:
Sehr geehrter Herr,
Kritik verwundet und verunsichert. Ein Mitarbeiter, der kontinuierlich
am Lernen ist, ist weniger verwundbar, da er weiß, dass er
morgen besser sein wird, wie heute. Er wird die Kritik viel eher
konstruktiv verarbeiten und sie lockerer nehmen. Ein Mitarbeiter,
der von der Firma gefördert wird und ein offenes Ohr findet,
kann das Gehörte weitergeben und trägt somit die Last der
Kritik nicht alleine. Seine Loyalität steigt und er ist zufriedener.
Sorgen Sie sich um die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter, fördern
Sie Ihre Mitarbeiter!
Die Aus- und Weiterbildung in einem Unternehmen orientiert sich
an den Unternehmenszielen und richtet sich somit am Markt aus. Um
die gesetzten Ziel zu erreichen, müssen Sie sich mit den Problemstellungen – vor
allem auch von Kundenseite - auseinandersetzen. Um diese zu bewäl¬tigen,
brauchen Sie Zeit, Geld und Wissen. Aus- und Weiterbildung ist heute
ein wichtiger Produktionsfaktor. Nicht nur; Die Macht des Wissens
und Könnens Ihrer Mitarbeiter verleiht Ihrem Unternehmen berufliches
und gesellschaftliches Profil.
Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung erreicht man einerseits durch
firmeninterne Schulung (learning on the job) , durch firmenexterne
Schulung und durch Selbststudium (Erfahrung). Der praktisch erkennbare
Nutzen der Aus- und Weiterbildung für das Unternehmen bemißt
sich nicht an der Anzahl besuchter Seminartage. Seminare und Kurse
sind lediglich ein Mittel zum Erfolg. Nach dem Gelernten denken und
handeln lernen, müssen wir im Rahmen unserer täglichen
Arbeit selbst! Das Bedürfnis nach Aus- und Weiterbildung ist
daher nicht abgetan mit Schulungstagen.
Ermöglichen Sie den Mitarbeitern den Austausch gegenseitiger
Erfahrungen. Stellen Sie zudem arbeits- und themenbegleitende Literatur
zur Verfügung. Konkretisieren Sie die „Pflicht-„ oder „Privilegiertenlektüre“ in
Sitzungen und geben Sie Beispiele. Schaffen Sie gemeinsam mit Ihren
Mitarbeitern Erfolgserlebnisse.
Im Idealfall erreichen Sie mit diesem Vorgehen einen nahtlosen Übergang
von der Schulung zur Alltagsarbeit und umgekehrt. Diese permanente
zukunftsgerichtete Aus- und Weiterbildung steht nicht im Gegensatz
zur normalen Alltagsarbeit, sie ist vielmehr ein Teil davon. Offene
Kritik seitens der Kunden sind somit zentrale und oft nützliche
Informationen, die positiv und systematisch aufzunehmen, zu interpretieren
und zu nutzen sind.
Autor: Dr. Michael Hölzl, Lexington Consulting
Quelle: Der Handwerker 10.06.2000
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